Endlich komplett! Zwei neue Museen vollenden das Hamburger KomponistenQuartier

Das Hamburger KomponistenQuartier ist endlich komplett! Ende Mai zogen mit Gustav Mahler und den Geschwistern Fanny und Felix Mendelssohn die letzten drei Musiker in das einzigartige Viertel im Herzen der Hansestadt. Nun können die Besucher in sechs Museen (für Telemann, Carl Philipp Emanuel Bach, Johann Adolf Hasse, Fanny und Felix Mendelssohn, Brahms und Gustav Mahler) in sieben Komponistenleben und zwei Jahrhunderte lebendige Musikgeschichte eintauchen. Moderne Medien vermitteln anschaulich, was die Musiker über sich und die Hansestadt zu erzählen haben.
„Hier wird die musikalische Geschichte Hamburgs lebendig“, schwärmt Kent Nagano. Der US-amerikanische Dirigent ist Schirmherr des KQ. „Die Geschwister Mendelssohn und Gustav Mahler gehören zu den ‚Großen‘ der Musik- und Kulturgeschichte Hamburgs und Europas.“ Seiner Meinung nach widerspiegeln ihre Biografien „einerseits Aufbruch und Hoffnung auf eine aufgeklärte Bürgergesellschaft innerhalb eines modernen Nationalstaates mit demokratischer Verfassung, Industrialisierung und wachsendem Wohlstand. Andererseits die großen sozialen Unterschiede und den aufkommenden Nationalismus.“

Eröffnungsprogramm
Die Eröffnung des Fanny und Felix Mendelssohn Museums wird – nach der Voreröffnung für das Fanny und Felix Mendelssohn Museum am 27. Mai („Fanny und Felix Mendelssohn – Ein Dialog“) und der offiziellen Eröffnungsfeier für das nun vollständige KomponistenQuartier am 28.5. – mit einem weiteren Konzert gefeiert:
Donnerstag, den 7. Juni, 20 Uhr, Lichtwarksaal, Neanderstr. 22, 20459 Hamburg: Der Fanny Mendelssohn Förderverein schenkt dem Fanny und Felix-Mendelssohn-Museum anlässlich der Neueröffnung ein Konzert, zu dem wir sehr herzlich einladen: Der Eintritt in Höhe von 15 € geht direkt an die Fanny und Felix Mendelssohn Gesellschaft Hamburg e.V.
Kartenbestellungen können bis zum 04. Juni bei Kristina Patzelt unter patzelt@interlink-kultur.com abgegeben werden.
● Bereits am Sonntag, 3. Juni, 13 Uhr, laden wir Sie in das KomponistenQuartier zu einem Familiennachmittag unter dem Motto „Musik erzählt Geschichten“ ein. Kinder bis 14 Jahre und ihre Eltern haben freien Eintritt.

Fanny & Felix Mendelssohn-Museum
Wie sah eigentlich der Alltag der jüdischen Familie Mendelssohn in Hamburg aus? Wie erging es Felix (1809-1847) als „Wunderkind“? Und warum durfte Fanny (1805-1847) trotz ihres großen Talents als Pianistin und Komponistin keine Berufsmusikerin werden? Diesen und anderen Fragen geht die Ausstellung auf den Grund. Erzählt wird auch ein „Forschungskrimi“ rund um Fannys wiederentdeckten Klavierzyklus „Das Jahr“.

Die Geschwister Fanny und Felix Mendelssohn wurden beide in Hamburg geboren. Fanny kam 1805 ganz in der Nähe des Hamburger »Michels« zur Welt. Ihr Bruder Felix wurde dreieinhalb Jahre später ebenfalls in der Großen Michaelisstraße geboren. Sie waren die beiden ersten Kinder von Lea Salomon und Abraham Mendelssohn, damit Enkel der aus Hamburg stammenden und in Altona begrabenen Kaufmannstochter Fromet Gugenheim und des berühmten Philosophen Moses Mendelssohn.

Die „Räume für Fanny und Felix Mendelssohn“ im KomponistenQuartier sind ein Erinnerungsort für die ganze Familie Mendelssohn. Ein besonderer Schwerpunkt der Präsentation liegt auf der Rolle der kulturellen Bildung und besonders der Musik für jüdische Familien. Träger ist die 2013 neu gegründete Fanny und Felix Mendelssohn Gesellschaft Hamburg e.V. Zentral für das Konzept ist die künstlerische Gestaltung der Räume als „Innenräume“. Diese Innenräume in ihrer Bandbreite von privat bis zu halböffentlich bildeten im 19. Jahrhundert die Basis für die Entwicklung eines öffentlichen Musiklebens. Zu den Innenräumen gehört auch der Garten als Ort der spielerischen Kreativität.
Fünf thematische Bereiche stehen im Zentrum der Ausstellung: Die Familie Mendelssohn als Biotop, die Bedeutung der jüdischen Herkunft, die Rolle des Geschlechts für Chancen und Beschwernisse, die musikalischen Korrespondenzen zwischen den Geschwistern, und der Garten.