Monografie über einen Freund der Familie Mendelssohn: Der Hamburger Kaufmann Eduard Michaelis. Von Claus Gossler

„Am besten konserviert hat sich mein Freund, der Papierverkäufer“, schrieb Heinrich Heine 1844 in seinem satirischen Versepos Deutschland. Ein Wintermärchen. Er meinte damit den Hamburger Kaufmann Eduard Michaelis. Ein gerade erschienenes Buch führt auf die Spur eines faszinierenden Mannes, der nicht nur einen kleinen Papierladen betrieb, sondern sich auch sein Leben lang der Unterstützung für mittellose Juden verschrieb. Während der Besetzung Hamburgs durch die Franzosen engagierte er sich im Altonaer Waisenhaus für jüdische und christliche Kinder, deren Eltern nach der Vertreibung aus Hamburg durch Krankheit, Kälte oder Hunger den Tod gefunden hatten. 1815 war er Mitbegründer der Israelischen Freischule für arme jüdische Kinder und schob das Israelische Vorschuss-Institut an, das Kleinkredite vergab. Michaelis war ein gebildeter Mensch mit einer sehr umfangreichen Bibliothek, aus der er großzügig Bücher verlieh, auch an Lea Salomon, die spätere Mutter von Fanny und Felix Mendelssohn Bartholdy. Sie bat ihn auch, ihr über wichtige Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt zu berichten.

Claus Gossler: „Nur“ Heinrich Heines Papierverkäufer? Der jüdische Wohltäter Eduard Michaelis (1771-1847), Hamburg 2015; zu beziehen über www. booklooker.de.