juedischer_friedhof_kl
Grab von Fromet Mendelssohn

Der jüdische Friedhof an der Königstraße 10a in Altona ist die älteste portugiesisch-jüdische Ruhestätte Nordeuropas. Er wurde 1611 von portugiesischen Kaufleuten angelegt und 1869 geschlossen. Seit 1960 steht er wegen der kulturhistorischen Bedeutung seiner außergewöhnlichen Grabkunst unter Denkmalschutz. Bald könnte er auch zum Weltkulturerbe der UNESCO gehören, denn am 13. Juni 2014 wurde er von der Kultusministerkonferenz der Länder für die Liste nominiert. Der knapp zwei Hektar große Friedhof mit mehr als 8000 Gräbern umfasst einen sephardischen und einen aschkenasischen Teil und gilt damit als bedeutendes Denkmal für die Geschichte des Judentums.

2009 wurde hier das Grab von Fromet Mendelssohn wiederentdeckt und restauriert. Sie war die Frau des Philosophen Moses Mendelssohn, die Mutter des Bankiers Abraham Mendelssohn und die Großmutter von Fanny Hensel und Felix Mendelssohn Bartholdy. In der hebräischen Grabinschrift wird Fromet Mendelssohn als Witwe „unseres Lehrers, des Meisters, Herrn Moshe Mendelssohn“ bezeichnet. Nach dem Tod ihres Mannes war sie aus Berlin zu ihren damals in Hamburg wohnhaften Söhnen Joseph und Abraham Mendelssohn umgezogen. Sie starb am 5. März 1812 und wurde an der Königstraße begraben.

Ein weiterer kulturhistorisch bedeutsamer Fund konnte im April 2014 verzeichnet werden, als man den Grabstein Samson Heines auf dem jüdischen Friedhof entdeckte. Der Vater des Dichters Heinrich Heine und Bruder des Hamburger Bankiers Salomon Heine war 1828 auf dem Hamburger Teil des Jüdischen Friedhofs beerdigt worden.

Comments are closed.