„Und unser ganzes Haus sollte wiedertönen….“ – Carl Philipp Emanuel Bach, Sara Levy und Fanny Hensel-Mendelssohn
Ein Vortrag von Dr. Ingeborg Allihn (Berlin)

Wir laden Sie herzlich ein zu einer Veranstaltung in der Reihe „KomponistenQuartier – live!“, die im Wintersemester 2014/2015 von der Hochschule für Musik und Theater Hamburg zusammen mit dem Komponisten-Quartier e.V. und der Fanny und Felix Mendelssohn-Gesellschaft Hamburg e.V. durchgeführt wird am:

Sonntag, dem 15. Februar 2015 um 15.00 Uhr
im Lichtwarksaal, Neanderstraße 22, 20459 Hamburg.

„Und unser ganzes Haus sollte wiedertönen…“, schreibt Fanny Mendelssohn-Hensel am 29. April 1829 an ihren Bruder Felix nach Paris. „Unser ganzes Haus“ – gemeint ist in Berlin das Palais in der Leipziger Straße Nr. 3, das seit 1825 der Wohnsitz der Mendelssohn Bartholdys ist. Hier, in den berühmten „Sonntagsmusiken“, erklingen auch Werke von Carl Philipp Emanuel Bach. Und zu den Zuhörern gehört mitunter Sara Levy, die Großtante von Fanny und Felix Mendelssohn Bartholdy. Alle drei Protagonisten bewegen sich im Zeitraum von ca. 1778/79 bis 1850. In diesen 75 Jahren verändert sich nicht nur die politische und sozial-gesellschaftliche Landkarte Europas, sondern auch die Landkarte der Musikgeschichte. Als „verborgenes Band“ verbindet die Musik alle drei miteinander. Bach, der „Kammercembalist“ Friedrich II., ist von 1768 bis 1788 Musikdirektor an Hamburgs fünf Hauptkirchen; Sara Levy führt seit den 1780er Jahren und bis weit in das 19. Jahrhundert hinein in Berlin einen bedeutenden literarisch-musikalischen Salon und sammelt Musikhandschriften u. a. von C.Ph.E. Bach; Fanny Mendelssohn tritt seit den 1820er Jahren bis zu ihrem Tod 1747 als Pianistin, später auch als Komponistin und Dirigenten der „Sonntagsmusiken“ hervor. Sowohl Sara Levy als auch Fanny Mendelssohn gehören dem Berliner jüdischen Großbürgertum an, das bestrebt ist, sich aus der politischen und gesellschaftlichen Deklassierung zu befreien und der kulturellen Isolierung zu entkommen. Da der politische Gestaltungsspielraum äußerst gering ist, konzentrieren sich ihre Aktivitäten auf die Bildung, den geselligen Umgang und ganz besonders auf die Musik. Der Beziehungsreichtum, der alle drei Protagonisten miteinander verbindet, wird in dem Vortrag offengelegt und musikalisch „illustriert“.

Der Eintritt frei.

Mitwirkende:
Klavier (Pianoforte/Hammerflügel): Katarzyna Kluczykowska; Bratsche: Mari Viluksela; Traversflöte: Polina Gorshkova

Dr. Ingeborg Allihn
Studium der Musikwissenschaft an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Promotion mit einer Arbeit über „Die Musik Hanns Eislers zu Stücken von Bertolt Brecht“ an der Humboldt-Universität Berlin. Lebt als freie Autorin in Berlin. Publikationen zur Berliner Musikgeschichte und zu Fragen der historisch informierten Aufführungspraxis. Autorin des Bandes „Berlin“ in der Reihe Musikstädte der Welt (Laaber 1991), Herausgeberin eines Kammermusikführers (Metzler/Bärenreiter 1998) und eines Barockmusikführers (Metzler/Bärenreiter 2001 ) sowie Mitherausgeberin von „Wie mit vollen Chören“ – 500 Jahre Kirchenmusik in Berlins historischer Mitte (ortus musikverlag 2010). Mitglied der Jury des Preises der deutschen Schallplattenkritik.

Organisation:
Prof. Dr. Beatrix Borchard, Dr. Regina Back, Peter Krause, M.A. – Vorstand der Fanny und Felix Mendelssohn-Gesellschaft Hamburg e.V.

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