Martina Bick: Musikerinnen in der Familie Mendelssohn

Dass Fanny Hensel mehr war als die „begabte Schwester“ Felix Mendelssohn Bartholdys, ist heute weiten Kreisen bekannt. Sie war eine hervorragende Musikerin, deren Kompositionen es immer noch zu entdecken gilt.

Dass das musikalische Talent in dieser jüdischen Familie vornehmlich von Frauen weitergegeben wurde, ist noch nicht so im Bewusstsein. Martina Bick stellt die Musikerinnen in der Familie Mendelssohn in der Reihe „Jüdische Miniaturen“ vor.
Lea Mendelssohn hat als erste das Ausnahmetalent ihrer Kinder erkannt. Sie war eine sehr gute Pianistin und konnte sie selbst unterrichten, bis sie geeignete Lehrerinnen und Lehrer für sie fand. Auch ihre Mutter, Bella Salomon geb. Itzig, wie auch deren Schwestern, insbesondere Sara verh. Levy, waren gründlich musikalisch ausgebildet. Sara Levy stand als Cembalistin, Musikaliensammlerin, Musikförderin, Konzert- und Salonveranstalterin im Zentrum des Berliner Musiklebens und war damit ein wichtiges Vorbild für ihre Nichte Lea wie auch für deren Kinder Fanny, Felix, Rebecka und Paul Mendelssohn Bartholdy.

Jüdische Miniaturen, hrsg. von Hermann Simon, Bd. 202, Verlag Hentrich und Hentrich, Berlin 2017

Martina Bick, geboren 1956 in Bremen, schrieb zahlreiche Kriminalromane und Romane sowie Kurzgeschichten und Gedichte für Anthologien und den Rundfunk. Seit 1996 arbeitet sie in der Hochschule für Musik und Theater Hamburg, zuerst für den hochschulübergreifenden Studiengang Musiktheater-Regie und ab 2001 als Referentin der Gleichstellungsbeauftragten der Hochschule. 2005 schloss sie ein Studium in den Fächern Historische Musikwissenschaft, Neuere deutsche Literatur und Gender-Studies an der Universität Hamburg mit dem Magisterexamen ab. Seitdem ist sie zusätzlich für das Forschungsprojekt Musik und Gender im Internet (MUGI) als Autorin tätig sowie zuständig für die Erarbeitung der kommentierten Links. Sie ist Mitglied der Fanny und Felix Mendelssohn Gesellschaft Hamburg.