Pauline Viardot-Garcia zum 200. Geburtstag

Vater Abraham und Sohn Felix schwärmten beide für die jung verstorbene große Schwester Maria Malibran, Mutter Lea erkannte gleich bei ihrem ersten Auftritt in Berlin das Genie der jüngsten der Sänger-Familie Garcia, spätere Pauline Viardot-Garcia (1821-1910). Für ihren Briefpartner Julius Rietz, Nachfolger von Felix Mendelssohn Bartholdy sowohl in Düsseldorf, als dann auch in Leipzig, hatte einst Abraham Mendelssohn die Vormundschaft übernommen.

Anlässlich des 200. Geburtstages von Pauline Viardot-Garcia ist gerade Pauline Viardot-Garcia – Julius Rietz. Der Briefwechsel 1858–1874 erschienen, herausgegeben von Beatrix Borchard und Miriam-Alexandra Wigbers.
Unermüdliche Arbeitslust, universelle Musikalität, Leichtigkeit, Witz und Humor kennzeichnen eine der einflussreichsten Musikerinnen des 19. Jahrhunderts. Pauline Viardot-Garcia (1821-1910) war Sängerin, Gesangslehrerin, Komponistin, Arrangeurin, Pianistin, Organistin, Volksmusiksammlerin, Herausgeberin und Veranstalterin. In allem was sie tat verknüpfte sie unterschiedliche Kulturen und musikalische Sprachen miteinander. Sie war eine wahrhaft europäische Erscheinung, ganz im Gegensatz zu ihrem Briefpartner, dem Cellisten, Dirigenten und Komponisten und Herausgeber Julius Rietz (1812–1877): Rietz war Nachfolger von Felix Mendelssohn Bartholdy als Leiter des Gewandhausorchesters in Leipzig und sehr einflussreich im deutschen Musikleben. Er stand für die Konzentration auf die Ästhetik deutsch-österreichischer Instrumentalmusik. Ihm war selten zum Lachen zumute, zumal dann nicht, wenn es um Auseinandersetzungen mit dem aus seiner Sicht inkompetenten Direktorium des Leipziger Gewandhauses ging. Der Briefwechsel zwischen diesen beiden so unterschiedlichen Menschen, der im Dezember 1858 nach Auftritten Pauline Viardot-Garcias im Gewandhaus entflammte, barg jede Menge Sprengstoff.
Der umfangreich kommentierte Band stellt das erhaltene Briefmaterial vor, liefert deutsche Übersetzungen der zum Teil in französischer Sprache verfassten Briefe und bezieht auch bisher unveröffentlichtes Brief- und Notenmaterial sowie die Tagebücher von Julius Rietz mit ein.
Erschienen im Georg Olms Verlag Hildesheim.

Pauline Viardot-Garcia.Flyer