27.05.2018 | 17 Uhr | Lichtwarksaal | Eröffnungskonzert für das neue Fanny und Felix Mendelssohn Museum: Fanny und Felix Mendelssohn – Ein Dialog

Ende Mai 2018 ist es endlich soweit: Am 28. Mai wird das neue Fanny und Felix Mendelssohn Museum (und das Gustav Mahler Museum) eröffnet. Zu dem Voreröffnungskonzert „Fanny und Felix Mendelssohn. Ein Dialog“ laden wir Sie herzlich ein für
Sonntag, den 27.05.2018 17 Uhr
Lichtwarksaal
Neanderstraße 22
20459 Hamburg (Hamburg-Neustadt).

Auf dem Programm stehen:
Felix Mendelssohn Bartholdy
Klaviertrio in c-Moll, op. 66

Fanny Mendelssohn-Hensel
Klaviertrio in d-Moll, op. 11

Mitwirkende:
Hamburger Camerata: Julia Borchert, Sopran / Sophie Thiessen, Violine / Hila Karni , Stimmführerin Violoncello / Julia Botchkowskaia, Klavier
Muriel Bielenberg, Fanny
Sebastian Doppelbauer, Felix

Begrüßung und Moderation: Prof. Dr. Beatrix Borchard

Vortrag: Prof. Dr. Julius H. Schoeps
Christliches Bekenntnis oder modernes Marranentum?
Der Übergang vom Judentum zum Christentum

Im Anschluss (leider nur für Mitglieder der Fanny und Felix Mendelssohn Gesellschaft): Besichtigung des neuen Fanny und Felix Mendelssohn Museums im Komponisten Quartier in kleineren Gruppen, umrahmt von einigen Liedern mit Briefdialog von Fanny und Felix Mendelssohn.

Fanny und Felix Mendelssohn – Ein Dialog
Die Voreröffnung des Fanny und Felix Mendelssohn Museums steht unter dem Motto: Dialog. Im musikalischen Gespräch erklingen Lieder und das 1845 entstandene c-moll Trio op. 66 von Felix Mendelssohn Bartholdy und die musikalische Antwort auf diese Komposition von Fanny Hensel, ihr d-moll Trio op. 11. Fanny Hensels Stück entstand im Frühjahr 1847 kurz vor ihrem Tod am 14. Mai. Eine erste Aufführung fand wahrscheinlich am 11. April 1847 anlässlich des 36. Geburtstages der Schwester Rebecka statt. Weitere Aufführungen in „kleinen Gesellschaften“ schlossen sich an.
Die Neue Berliner Musikzeitung meldete in ihrer Ausgabe vom Juli 1847: „Unter den für die durch ihren Tod unterbrochene Matinée bestimmten Compositionen befand sich eine größere Arbeit, die letzte ihrer Hand, ein Trio für Pianoforte, Violine und Violoncell. Der Genuss dieses Werkes aus der Feder einer geistreichen Frau ist somit vielen gebildeten Kunstfreunden nicht zu Theil geworden. Jüngst hörten wir das Trio in einem Privatkreise mit vielem Interesse. […] wir [finden] in diesem Trio breite, schwungvolle Fundamente, die sich in stürmischen Wogen zu einem herrlichen Gebäude hinaufbauen. Der erste Satz ist in dieser Beziehung ein Meisterstück, das Trio höchst eigenthümlich (NBMZ 1.1847, S. 213f.)“ Entsprechendes kann man auch von der Komposition des Bruders sagen, die deutlich einen anderen Ton anschlägt als sein erstes, viel bekannteres Klaviertrio in d-moll.
Der Bruder gab zwar das Trio aus ihrem Nachlass nicht heraus, weil er selbst überraschend starb, aber er bereitete es für den Druck vor. Das ist umso bemerkenswerter, als er sich in all den Jahren zuvor gegen die Publikation der Werke seiner Schwester ausgesprochen hatte. 1850 erschien das Trio bei Breitkopf & Härtel in Leipzig.
Ein kurzer Briefdialog und die Gegenüberstellung von parallelen Liedkompositionen führen das Thema Gespräch in Tönen in den neuen „Räumen für Fanny und Felix Mendelssohn“ fort.
Ein Dialog anderer Art, der für beide Geschwister auch musikalisch relebvant wurde, ist der Dialog zwischen den Religionen: Ein Kurzvortrag des Historikers und Mendelssohn- Nachfahren Prof. Dr. Julius H. Schoeps, Begründer des Moses Mendelssohn Zentrums in Potsdam, setzt sich unter dem Titel Christliches Bekenntnis oder modernes Marranentum? mit der Bedeutung der christlichen Taufe für die Familie Mendelssohn auseinander.